Die Bedeutung Israels für eine zukunftsweisende Erinnerungskultur

Dienstag, 19.06.2018, 19.00 Uhr

im Foyer des Landratsamtes Karlsruhe

2018.Israel70-01

Unsere Referentin, Frau Landtagspräsidentin Muhterem Aras spricht zu dem Thema:

„Die Bedeutung Israels für eine zukunftsweisende Erinnerungskultur“

Die deutsche Politikerin Muhterem Aras wurde 1966 in der Türkei geboren. und kam 1978 mit ihren Eltern und Geschwistern nach Filderstadt. Nach einem arasStudium der Wirtschaftswissenschaften gründete sie ein Steuerberatungsbüro in Stuttgart. Ihre politische Laufbahn begann sie 1992 mit dem Eintritt bei den Grünen. Von 2007 bis 2011 wurde sie Fraktionsvorsitzende ihrer Partei. Mit der Wahl zum Vorsitz des Landesparlaments in Baden-Württemberg am 11. Mai 2016 wurde sie Deutschlands erste muslimische Landtags-präsidentin. In einem Interview erklärte Aras: „Meine Herkunft ist eher zweitrangig, wichtiger ist meine berufliche Qualifikation“. Dennoch setzt diese Wahl ein wichtiges Zeichen gegen Populismus, der auch in Deutschland immer mehr Anhänger findet. Aras setzt in ihrem Amt wichtige Signale, so sprach sich im Zuge des Verfassungsreferendums in der Türkei 2017 dafür aus, dass man nach zehn Jahren im Ausland kein Wahlrecht mehr in seinem Heimatland haben dürfte. Zu Provokationen der AFD-Fraktion im Landtag angesprochen, sieht sie sich in ihrer Rolle als Präsidentin des gesamten Landtags der Objektivität verpflichtet und befürwortet kontroverse Diskussionen, solange sie von Fairness und Respekt geprägt sind. Der Ton wäre allerdings rauer geworden und die Debattenbeiträge bewegten sich häufig an der Grenze zum Tabu. So hätte sie es sich nie vorstellen können, im Landtag eines weltoffenen Landes wie Baden-Württemberg über Antisemitismus diskutieren zu müssen. “Meine Haltung dazu ist glasklar: Antisemitismus und Rassismus haben in einem deutschen Parlament nichts zu suchen. Das ist Staatsräson“.

Wir freuen uns über die Kooperation mit der Jüdsichen Gemeinde Karlsruhe

jg.logo

70 Jahre Israel – Frieden – Vision oder Illusion

Dienstag, 17.04.2018, 19.00 Uhr

im Foyer des Landratsamtes Karlsruhe

2018.Israel70-01

2018.gerster

Unser Referent Johannes Gerster wird zu dem Thema:

„70 Jahre Israel – Frieden – Vision oder Illusion“

sprechen.

“Es ist eine moralische Pflicht der Deutschen, ein Stück Verantwortung für das Existenzrecht des Staates Israels zu übernehmen.“, sagte schon Konrad Adenauer, dem sich  Johannes Gerster, Jahrgang 1941, ehemaliger Bundestagsabgeordneter und Landesvorsitzender der rheinland-pfälzischen CDU immer verpflichtet fühlte.  Nach seinem Rückzug aus der Politik1996 arbeitete Johannes Gerster, der schon ab 1982 Vizepräsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft gewesen war, für die Konrad-Adenauer-Stiftung als Niederlassungsleiter in Jerusalem. Er bemühte sich an der Nahtstelle zwischen Israelis und Palästinensern um einen Ausgleich zwischen den beiden Völkern. Auch in Zeiten von Gewalt und Terror war Gerster stets bemüht, Vertreter der israelischen und palästinensischen Seite zusammenzubringen –Lehrer, Wirtschaftsleute, Politiker, Journalisten. Der “Workaholic“, so Gerster über sich selbst, sammelte für den Bau des Konrad Adenauer Kongreßzentrums, hob das Konrad Adenauer Programm an der Universität Tel Aviv aus der Taufe und widmete sich intensiv der Förderung von Beduinen in den Universitäten. Neun Jahre lang war der gläubige Katholik sozusagen “Adenauers Mann” in Jerusalem, aber auch nach seinem Abschied 2006  ging sein Engagement für Israel weiter. Am 12. November 2006 wurde Gerster in Baden-Baden von der Bundesversammlung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft zum Präsidenten gewählt

Für seine Verdienste erhielt er u.a. den President’s Award (Präsidentenpreis) von der Universität Tel Aviv,  die philosophische Ehrendoktorwürde von der Ben-Gurion-Universität des Negev in Be’er Scheva und am 24. Januar 2006 wurde Gerster vom Bürgermeister der Stadt Jerusalem Uri Lupolianski der Titel Freund der Stadt Jerusalem verliehen. Hierbei handelt es sich um die höchste Auszeichnung der Stadt Jerusalem, die an Nichtjuden verliehen wird.

 

 

Wie ein arabischer Arzt in Berlin Juden vor der Gestapo rettete

Dienstag, 20.03.2018, 19.00 Uhr
im Foyer des Landratsamtes Karlsruhe

2018.avidanDie Rede ist von Mod Helmy, einem Berliner Arzt mit arabischen Wurzeln, der während der Nazizeit Juden und Nazi-Gegnern das Leben rettete. Der Journalist Igal Avidan hat eine Biografie des Ägypters geschrieben.
Geboren 1901 in Ägypten, kam Mod Helmy 1922 zum Medizinstudium nach Deutschland und arbeitete an einem Berliner Krankenhaus. Im Berlin der 20er-Jahre galt der „Islam bei Intellektuellen in Deutschland als moderne Religion, Konversionen zum Islam waren in diesen Kreisen in Mode.“ Das änderte sich allerdings mit der Machtübernahme der Nazis. Anfangs profitierte Helmy als junger Mediziner davon, dass jüdische Ärzte entlassen wurden und arrangierte sich mit dem Regime. Dann begann er sich, für Juden und Regimegegner einzusetzen. Als deutsche Ärzte keine jüdischen Patienten mehr behandeln wollten, war Mod Helmy deren Hausarzt. Die rumänische Jüdin Anna Boros verdankt ihm sein Leben. Er verhalf ihr durch einen Trick, eine Konversion zum Islam, in die Freiheit.
2013 wird Helmy, als erstem Araber überhaupt, in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem posthum die Medaille „Gerechter unter den Völkern“ verliehen.
Igal Avidan hat drei Jahre über das Leben Mod Helmys recherchiert, Zeitzeugen befragt und historische Dokumente studiert. „Ein Mann wie Mod Helmy könne für muslimische Jugendliche heute ein Vorbild sein“, sagt der, 1962 in Tel Aviv geborene Journalist Avidan, der heute in Berlin lebt und seit 1990 als freier Berichterstatter für israelische und deutsche Zeitungen sowie Hörfunksender arbeitet.

Wir freuen uns über die Kooperation mit2018.kooperation

 

Das Israel-Bild in deutschen Medien

Mittwoch (!) , 21.02.2018, 19.00 Uhr

Dr. Gisela Dachs, Zeitkorrespondentin und freie Journalistin, möchte mit ihrem Thema:

Herausforderungen der Auslandsberichterstattung:Das Israel-Bild in deutschen Medien im Wandel der Zeit“

dachsein Gesamtbild der heutigen journalistischen Tätigkeit geben. Dank ihrer langjährigen Erfahrungen als Auslandskorrespondentin kann sie über historische und gegenwärtige Entwicklungen der deutschen Medienlandschaft sowie die veränderte Wahrnehmung Israels in Deutschland und Europa berichten. In diesem Zusammenhang geht sie auch der Frage der journalistischen Verantwortung angesichts  der Verschärfung des israelisch-palästinensischen Konflikts nach.

Daneben gibt sie uns einen differenzierten Überblick über die veränderten Arbeitsbedingungen des Journalismus im Zeitalter der Digitalisierung.

Die renommierte Auslandskorrespondentin, deutsche Publizistin, Journalistin,  Sozialwissenschaftlerin und Hochschuldozentin ist in der Oberpfalz geboren und lebt in Tel Aviv. Seit über 20 Jahren schreibt sie für DIE ZEIT und u.a. auch für die Neue Züricher Zeitung am Sonntag. 2016 gab sie den „Länderbericht Israel“ im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung heraus. Zudem hat sie mehrere Bücher und wissenschaftliche Beiträge geschrieben

Frau Dachs ist Autorin folgender Publikationen

Jüdischer Almanach 2018 im Jubiläumsjahr mit dem Titel „Mein Israel“

Länderbericht Israel der Bundeszentrale für Politische Bildung

Israel kurzgefasst (2017, als PDF vollständig herunterladbar und sehr zu empfehlen)

Den aus Sicht von Frau Dachs vorbildlichen 3-Minuten-Bericht über das schwierige Thema Ahed Tamimi finden Sie hier.

Kurzbericht zum Vortrag: Gute Berichterstattung ist möglich

 

Tagesseminar „Die israelische Demokratie und der Nahost-Konflikt“

Aufgrund großer Nachfrage bieten wir am 16.03. im Landratsamt erneut für Lehrerinnen und Lehrer sowie Multiplikatoren in Vereins- und Jugendarbeit das Tagesseminar Die israelische Demokratie und der Nahost-Konflikt an. Sie wird durchgeführt vom MidEast Freedom Forum Berlin im Rahmen der Aktion Demokratie leben des Bundesfamilienministeriums und ist kostenlos.

Bitte melden Sie sich bis spätestens 2. März 2018 bei

Programm

Luther und die Juden

Dienstag, 16.01.2018, 19.00 Uhr

im Foyer des Landratsamtes Karlsruhe

hp.landesbischofEs spricht der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Baden, Herr Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh.

Der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Baden orientiert sich an der Verantwortungsethik und vertritt damit die Bereitschaft der Kirche, auch die dunklen Seiten des Reformators Martin Luther in seinem Verhältnis zum Judentum zu benennen.

So hat Luther in seiner übelsten antijüdischen Schrift aufgerufen, die Juden “zu unterdrücken, ihre Synagogen und Häuser zu zerstören und ihre Gebetbücher und Talmudim zu verbrennen“. Die evangelische Kirche hat im Jubiläumsjahr 2017 weder Luther noch die Reformation verklärt, setzt aber dem christlichen  Antijudaismus Luthers eine klare Absage an jeden Antisemitismus und die Friedensbotschaft der Bibel entgegen. Die evangelische Kirche unter Landesbischof Cornelius-Bundschuh hat es sich zur Aufgabe gemacht, Verantwortung zu stärken und plädiert für die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit und für Versöhnung,  für die Erhaltung der Menschenrechte, der demokratischen Werte und die Gewaltenteilung des Staates, für Diplomatie und zivile Konfliktlösungen.

Wir laden herzlich ein.

Übrigens, die EKD bietet auf ihrer Homepage eine aktuelle Broschüre mit einer Stellungnahme zum Thema „Antisemitismus“ und dem Umgang mit dem Staat Israel, die sehr lesenswert ist.

Das Stadtmedienzentrum bietet in Kooperation mit der Giordano-Bruno-Stiftung zum Thema eine Ausstellung unter dem Titel „Von Golgatha nach Auschwitz“. Ausstellungseröffnung am 9. Februar 2018 um 19.30 in der Moltkestraße 64.

„Unsere“ Volontäre berichten aus Israel

2017.volontäre.köhlerTheresa Köhler und Julian Großmann verbringen ein Jahr als 2017.volontäre.großmannVolontäre im Freiwilligendienst in Israel. Dort arbeiten sie in Kfar Tikva, dem Dorf der Hoffnung, mit behinderten Menschen und lernen zugleich Land und Leute kennen. Sie berichten in ihren Rundbriefen über die interessante Arbeit in der Bäckerei, dem Nutzgarten und Zoo der Einrichtung, aber auch die Arbeit mit einzelnen Einwohnern, den Reisen durch das Land, die Schwierigkeiten beim Erlernen der Sprache sowie die freundliche Aufnahme durch ihre Gastfamilien sowie die Lage nach der Jerusalem-Entscheidung Trumps. Lesen Sie selbst.

Theresas 1. Rundbrief

Theresas 2. Rundbrief

Julians 1. Rundbrief

Hier die Homepage des Dorfes

Und hier ein Artikel aus der Jüdischen Allgemeinen vom 10.08.2017

„Die badischen Juden sind nicht vergessen“ – Die Erinnerung an nationalsozialistische Verbrechen in Karlsruhe

Dienstag, 14.11.2017, 19.00 Uhr

im Foyer des Landratsamtes Karlsruhe

„In Karlsruhe erfolgte in mancher Hinsicht der Aufstieg des Nationalsozialismus eher früher und konsequenter als anderswo. Nach der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ führten die neuen Machthaber die bedeutendsten Vertreter der zerschlagenen sozialdemokratischen Opposition in einer „Schaufahrt“ durch die Karlsruher Innenstadt, um sie dann im nahe gelegenen KZ Kislau in „Schutzhaft“ zu nehmen.“ Seine hochinteressanten Ausführungen begleitet der Leiter des Stadtarchivs, Ernst Otto Bräunche, mit beeindruckendem historischem Bildmaterial, anhand dessen er die einzelnen Schritte der nationalsozialistischen Machtaneignung detailliert veranschaulicht.

bräuncheUnser Referent, Ernst Otto Bräunche, seit 1985 Leiter des Stadtarchivs und seit 1998 Leiter von Stadtarchiv & Historische Museen der Stadt Karlsruhe, ist u. a. auch Vorsitzender der Bundeskonferenz der Kommunalarchive beim Deutschen Städtetag und stellvertretender Vorsitzender des Südwest-deutschen Arbeitskreises für Stadtgeschichtsforschung. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Parteien- und Wahlgeschichte sowie die südwestdeutsche Stadt- und Landesgeschichte. Zur Erforschung des Nationalsozialismus ist u.a. schon das „Gedenkbuch für die Karlsruher Juden“ veröffentlicht worden.

Wir laden herzlich ein.