Ephraim Kishon: Jüdischer Humor und Musik

Dienstag, 04.12.2018, 19.00 Uhr

im Foyer des Landratsamtes Karlsruhe

kishon

Ephraim Kishon lebte und arbeitete als Journalist, Schriftsteller und Regisseur (Theater, Film). Seine satirischen augenzwinkernden Kurzgeschichten sind auch heute noch so aktuell wie eh und je. Zielscheibe von Kishons Satiren waren neben den kleinen Ärgernissen des Alltags vor allem die Bürokratie und die große und kleine Politik, speziell in Israel. Sein Schwerpunkt lag aber in der humoristischen Darstellung des israelischen Alltags und seines Familienlebens. Auch heute noch ist im deutschen Sprachraum bestens bekannt, „die beste Ehefrau von allen“ oder, je nach Kontext, „die Schlange, mit der ich verheiratet bin“.

Kishon wurde 1924 unter dem Namen Ferenc Hoffmann in Budapest in eine ungarisch-jüdische Familie geboren. 1944 wurde er in das damals zu Ungarn gehörende Arbeitslager Jelšava, heute Slowakei, deportiert. Im letzten Kriegsjahr 1945 gelang ihm aus einem Gefangenentransport nach Polen die Flucht. 1945 geriet er aus Willkür in einen sowjetischen Gefangenentransport in den Gulag, konnte aber abermals entkommen. Auf der Flucht vor der kommunistischen Unterdrückung reiste er gemeinsam mit seiner Frau in einem Viehwagon über Bratislava nach Wien. Von dort wanderte er im Mai 1949 über Italien mit einem Flüchtlingsschiff nach Israel aus. Hier wurde sein Name Ferenc Kishont, den er sich zugelegt hatte, in Ephraim Kishon geändert. Kishon, der einen Großteil seiner Familie im Holocaust verlor, wählte das Lachen, die Selbstironie und Schwarzhumorigkeit, um mit dem Verlust umzugehen. 1959 wählte die New York Times sein „Drehn Sie sich um, Frau Lot“ zum „Book of the Month“. Damit begann Kishons internationale Karriere. Weltweit verkaufte er 43 Millionen Bücher, davon 33

Millionen in deutscher Sprache. Anfang der 1980er Jahre ließ er sich in der Schweiz nieder und lebte abwechselnd in Appenzell und in Tel Aviv. Am 29. Januar 2005 starb Ephraim Kishon an einem Herzanfall.

Unsere Künstler: Helga Jannakos, Buchhändlerin und Vorsitzende des Seniorenrates Bruchsal, die 2015 den Deutschen Bürgerpreis für ihr ehrenamtliches Engagement erhielt, gestaltet seit vielen Jahren Lesungen über die verschiedensten Themen. Sie liest eine Auswahl aus Kishons: „Von lieben Nachbarn, alltäglichen Katastrophen und den süßen Kleinen“. Jannakos wird von Wolfgang Wittke auf seiner Klarinette mit Klezmer-Klängen begleitet. Wittke ist seit 1975 hauptamtlicher Lehrer an der Musik- und Kunstschule Bruchsal und seit 1986 Dirigent der Stadtkapelle Bruchsal.

Bitte beachten Sie auch unsere Israelstudienreise an Pfingsten 2019.

 

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