Bob Dylan und die jüdischen Wurzeln der Popkultur

Mittwoch, 12.09.2018, 19.00 Uhr

im Foyer des Landratsamtes Karlsruhe

hp.dylanReligion war für Bob Dylan alias Robert Zimmermann alias Shabtai Zisel ben Avraham lebenslang bedeutsam. Er wuchs in einer Kleinstadt in Minnesota im jüdischen Glauben auf und betrieb 1960 intensive jüdische Studien. Ende der 1970er Jahre konvertierte er zum Christentum. Nach 4 extensiven Jahren kehrte er wieder zum Judentum zurück. Dazwischen gab es säkulare Phasen. Dylan lässt sich nicht fassen, ist in der Religion, wie in seiner Musik grenzüberschreitend. Aber er steht auf dem Boden der biblischen Tradition – jüdisch wie christlich. Und in seinen Werken finden sich zahlreiche religiöse, christliche und jüdische Motive. „Ein singender Pilger“ – wie man den Poeten mit der krächzenden Stimme auch nennt.

Unser Referent, Dr. phil. Waldmann hat aber noch einen anderen Ansatz. Er will aufzeigen, dass sich jüdische Künstler wie Bob Dylan als wahre Erben einer alten, aber verborgenen Tradition im Judentum erweisen. „Diese Tradition der Schlehmile, der Luftmenschen und des Tricksters, die Juden in ihren Assimilationsbemühungen stets aus Angst vor Ressentiments der Mehrheitsgesellschaft verschämt vor fremden Blicken verborgen haben, kann sich in der modernen, popkulturellen Form ausleben und gibt auch den Blick auf eine Gedenkpolitik frei, in der Juden zu unfreiwilligen Statisten eines Gedächtnistheaters festgelegt werden“

Dr. phil. Peter Waldmann ist Kultur- und Literaturwissenschaftler. Seine Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte sind Jüdische Studien und Fragen der Jüdischen Identität. Von 2002 bis 2014 war er Vorsitzender des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden von Rheinland Pfalz. Er arbeitet als Privatdozent an den Universitäten Halle/Wittenberg und Mainz zu literatur- und kulturwissenschaftlichen Fragen.

#Israel  #Dylan  #DIFK

Hinweis:

Die Kinemathek Karlsruhe bietet im September 2018 eine Filmreihe zum Thema  „Jüdische Welten“ mit Einblicken in den Alltag jüdischer Menschen und Gemeinden in Vergangenheit und Gegenwart. Die vier ausgewählten Spiel- und Dokumentarfilme führen nach Tel Aviv, Berlin, Brookly und Wien. Informieren Sie sich auf der Homepage.